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RHV Pladenbach Ausbaustufe III - Systemfaulanlage

Die vollbiologische Kläranlage des Reinhalteverbandes Pladenbach in St. Georgen wurde im Jahr 1985 mit einer Ausbaugröße von 13.000 Einwohnerwerten (EW) in Betrieb genommen. Die Anlage wurde als „kontinuierlich durchflossene Belebungsanlage“ konzipiert wobei als Hauptkomponenten das Vorklärbecken, 2 Belebungsbecken sowie ein Nachklärbecken errichtet wurden. Der anfallende Klärschlamm wurde anfangs noch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen aufgebracht. Aufgrund wachsender Kritik und letztlich durch das Inkrafttreten der Klärschlamm-Bodenschutzverordnung im Jahr 2002 war eine landwirtschaftliche Verwertung nicht mehr möglich sodass andere Wege zur Klärschlammverwertung gesucht wurden. Durch Pioniergeist und das Engagement der damaligen Klärfacharbeiter Walter Teufl und Max Maier konnte als Alternative zur Klärschlammverbrennung die Kompostierung von Klärschlamm entwickelt werden. Diese war hinsichtlich der Betriebskosten und der Verwertungsmöglichkeit des gewonnenen Kompostes so erfolgreich, sodass beschlossen wurde, eine Kompostierungshalle zu er­richten.

Durch wachsende Bevölkerungszahlen und Betriebsansiedlungen sowie den stetigen Aus­bau der Ortsnetze erreichte den Abwasseranfall nach rd. 20 Jahren Betrieb ein Ausmaß, der es notwendig machte, die Anlage zu erweitern und an den Stand der Technik anzupassen.

Im Jahr 2004 wurde ein entsprechendes Projekt in Auftrag gegeben und nach 3-jähriger Planungs- und Bauphase im Jahr 2007 die 2. Ausbaustufe in Betrieb genommen. Die Kläranlage wurde dabei um zwei weitere Belebungsbecken sowie ein Nachklärbecken erweitert und so die Ausbaugröße von 13.000 auf 24.000 EW ausgebaut. Des Weiteren wurde der Schlammspeicher vergrößert und die in die Jahre gekommene Siebbandpresse durch eine neue Schneckenpresse ersetzt.

Durch die Neuerrichtung des Käsekompetenzzentrums der SalzburgMilch GmbH in Lam­prechtshausen und den damit verbundenen zusätzlichen Abwasseranfall von bis zu 6.000 Einwohnerwerten soll die Verbandskläranlage nunmehr auf eine Ausbaugröße von 30.000 EW erweitert und gleichzeitig die sogenannte „Schlammlinie“ an den Stand der Technik angepasst werden.

In dieser nunmehr 3. Ausbaustufe soll die Kläranlage um eine Systemfaulanlage erweitert werden. Dabei werden der aus der Vorklärung gewonnene Primärschlamm sowie der in der Belebung anfallende Überschussschlamm eingedickt und in einem geschlossenen Reaktor (Faulturm) unter Luftabschluss stabilisiert. Durch diesen anaeroben Abbauprozess (Faulung) wird der Klärschlamm hygienisiert und werden dadurch Geruchsbelästigungen erheblich verringert. Des Weiteren kann das Schlammvolumen um bis zu 30 % reduziert werden. Ein wesentlicher Vorteil liegt letztlich in der Nutzung der beim Faulprozess entstehenden Faulgase. Diese Gase (hauptsächlich Methan) werden mittels Mikrogasturbine oder Blockheizkraftwerk in Strom umgewandelt wodurch die Betriebskosten der Kläranlage erheblich reduziert werden können.

Die sogenannte „Wasserlinie“ (Vorklärung – Belebung – Nachklärung), die im Jahr 2007 erweitert und an den Stand der Technik angepasst wurde, wird durch die geplante Erweiterung der Anlage nicht geändert.

Die 3. Ausbaustufe befindet sich derzeit in Planung und soll ab Mitte 2014 bis 2015 umgesetzt werden.